Flåm-Bahn |
von uns besucht 1993
Unsere Norwegenreise ist schon eine ganze Weile her, aber die Tage am Sognefjord sind mir noch heute gut im Gedächtnis. Ein Teil davon war diese Bahnfahrt, aus der Tiefe des Fjordtals hinauf in die Bergwelt. Wenn ihr zum Sognefjord kommt, lasst euch diese Tour nicht entgehen.
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Tiefe Täler, hohe Berge - dies ist Norwegens Fjordlandschaft: Sognefjord, am größten Fjord Europas beginnt die Flåm-Bahn |
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Die Bahnstrecke ist das vielleicht einzig Gute, was die deutsche Besatzung während des zweiten Weltkrieges den Norwegern gebracht hat. Die Angaben zum Zeitpunkt des Baubeginns schwanken ziemlich gewaltig, fertig war sie in jedem Falle 1944. Interessant, es wird tatsächlich noch auf Schienen aus dieser Zeit gefahren, auf der Strecke entdeckte ich welche mit der Einprägung >>Hösch 1943<<. Sinn der Strecke sollte es sein, die Verkehrswege von Schiff und Schiene zu verbinden. Durch die Berge führte bereits die Strecke von Oslo nach Bergen. Der Sognefjord bei Flåm ist ein günsiger natürlicher Hafen. Was beides trennt sind 20km Eisenbahnstrecke und 864m Höhe. Die durchschnittliche Steigung liegt bei 5,5 % - Europarekord. Um das zu bewältigen wurde die Strecke teilweise als Zahnradbahn konsipiert und von Anfang an elektrifiziert, also mit einer Oberleitung für Elloks versehen. Und es wurden Spezialloks angeschafft, diese waren besonders stark und für enge Kurven geeignet. Außer dem verfügten sie über fünf unabhängige Bremssysteme. Auf der Strecke gibt es 20 Tunnel, mehrere Kehrschleifen, unzählige Stützmauern und andere Bauten. Die Doppelkehrschleife kurz vor der Endstation Myrdal wurde teilweise in Tunneln in den Fels gesprengt. Von unten her sieht man die Bahn dort dennoch in drei Etagen. Als der Bahnbau beendet war, war auch der braune Spuk in Europa vorbei und Norwegen wieder ein freies Land. Die Pläne der Besatzer waren dahin, eigentlich wurde die Strecke für den Güterverkehr kaum noch gebraucht. Mit den Jahren ließ auch die Bedeutung im Personenverkehr nach, es gab einfach immer mehr Autos und bessere Straßen. Und so wurde die Flåm-Bahn, was sie noch heute ist: Eine Touristenattraktion. Mit dem Rückgang des Güterverkehrs wurden auch die Zahnstangen zwecklos und entfernt. Die ursprünglichen Loks sind damit auch außer Betrieb. Eine ist jedoch noch in Flåm zu bewundern. Zu Zeiten unseres Besuches fuhren Triebwagen auf der Strecke, heute baut man wieder auf lokbespannte Züge. Trots ihrer touristischen Bedeutung stand die Bahn Ende des 20. Jahrhunderts vor dem wirtschaftlichen Ruin. 1998 folgte die heutzutage in solchen Fällen unvermeidliche Privatisierung. Inzwischen verzeichnet das junge Unternehmen rekordträchtige Passagierzahlen und satte Gewinne. |
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Einsteigen und unbedingt einen Fensterplatz sichern! Von Flåm aus startet die Bahn zunächst in einem Flusstal. Erst mit der Zeit wird die Strecke steiler. Es gibt insgesammt neun Unterwegsstationen, eine davon ist ein Fotohalt an einem Wasserfall, den man so nur von der Eisenbahn aus sehen kann. Weite Strecken parallel zur Bahn verläuft ein Fahrweg (das untere Stück ist auch noch mit Autos befahrbar). Das macht das von mir favorisierte System einmal fahren, einmal schauen möglich: Entweder in der Talstation der Bahn ein Fahrrad ausleihen und mit hinauf nehmen oder aber eine Strecke zu Fuß in Angriff nehmen. Es lohnt sich. |
Die Flåm Eisenbahn verkehrt am norwegischen Sognefjord, mit dem Auto von Bergen aus eine Tagesstrecke nach Nordwesten. Sie ist eine elektrisch betriebene Normalspurstrecke, die Fahrleitungsspannung liegt bei 15000 Volt. Länge: 20km, Höhenunterschied 864m, größte Steigung: 1:18. Fahrzeit für eine Strecke: etwa eine Stunde, Offizielle Website: Flåmsbana.
Guter Platz in Flåm, nur wenige Meter von der Talstation der Eisenbahn entfernt, gute Anlagen Hüttenvermietung, oft aber recht voll **.
Reiseführer: Wie gewohnt versorgt uns der Verlag Martin Velbinger mit 1A Informationen zum südlichen und mittleren Norwegen: ***. Detailierte Wanderkarten am besten vor Ort, aber es gibt eine gute Karte, die für nicht all zu anspruchsvolle Leute (vielleicht in Verbindung mit einem Wanderführer) völlig genügt: Mittel-Norwegen I (Norwegen: Blatt 2) Straßenkarte, 1:325000, Verlag Kümmerly+Frey: ***.
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