Ravenglass & Eskdale Railway |
von uns besucht 2004
Die Landschaft hat etwas von Irland, grün wohin man schaut. Die Engländer sind da weniger bescheiden, sie glauben der Lake District sei die perfekteste Verknüpfung von Wasser, Wald und Bergen auf der Welt. Dazu möchte ich jetzt kein Urteil abgeben, es ist in jedem Falle eine schöne Gegend. Und im Westen gibt es diese Dampfeisenbahn. Die Loks sind so klein, man könnte sie fast für Spielzeug halten. Sie leisten jedoch erstaunliches, in flotter Fahrt rattert die Bahn über die Gleise.
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Mit Volldampf durch den Lake District, |
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Diese Bahn erscheint einem zunächst wie eine moderne Touristenattraktion. In Wahrheit reichen ihre Wurzeln weit zurück. Bereits am 24. Mai 1875 dampfte das Bähnlein erstmals durch das Tal. Erbaut wurde sie um bei Eskdale gewonnenes Eisenerz hinunter nach Ravenglass zu bringen, dort gab es bereits zu dieser Zeit die an der Küste entlang führende Hauptstrecke. Auch Passagiere und Post wurden fast von Anfang an mit befördert. Mit der Zeit war das Eisenerzbergwerk immer weniger profitabel, dafür wurde in der Nähe ein Steinbruch eröffnet. So überstand die Bahn die Zeiten, zwei Weltkriege inklusive. Im Jahre 1953 jedoch wurde der Steinbruch geschlossen. Der Versuch nur durch Personenverkehr Geld zu verdienen schlug zunächst fehl, in den 60iger Jahren des 20. Jahrhunderts drohte das Aus. In dieser Zeit entstand der Gedanke die Eisenbahngesellschaft als touristische Atraktion auszurichten. Die Idee war nicht weit her geholt, der Lake District war und ist eines der beliebtesten englischen Erholungsgebiete. Der Versuch gelang, und so haben wir noch heute unsere Freude an der Strecke. |
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Der Prospekt der Bahn macht leider den Eindruck, man könne die Fahrt nur in Ravenglass beginnen, stimmt aber nicht, man könnte dies ebenso auch in Eskdale tun. Unterwegs gibt es mehrere Stationen, auf den der Zug aber nur nach Anmeldung oder für wartende auf Handzeichen hält. Startet man in Ravenglass verlässt die Bahn zunächst die Marschlandschaft am Meer und dampft dann ein Flusstal hinauf, dabei immer wieder schöne Aussichten in die Landschaft. Nach Ankunft in Eskdale umfährt die Lok nicht nur einfach den Zug, sie wird auf einer Drehscheibe gedreht. Die Größe der Bahn machts möglich: Dies geschieht mit Muskelkraft. Nach einer ausgedehnten Pause (der Prospekt empfiehlt den Souvenier-Laden...) geht es wieder hinab ins Tal. |
Die Ravenglass & Eskdale Railway verkehrt im englischen Lake District von der irischen See aus in die Berge. Sie ist eine Schmalspurbahn, geschätzte Spurweite um die 600mm. Länge: 11km, Fahrzeit für eine Strecke: etwa 50 Minuten (bergab etwas schneller), Offizielle Website: Ravenglass Railway.
Zum einen gibt es im Lake District eine weiter Dampfeisenbahn, die Normalspurstrecke fährt von Lakeside (Aquarium of the Lakes, Dampferanlegestelle) am Lake Windermere ein Stück das Flußtal hinunter. Ebenfalls interessant: Das Steamboatmuseum in Windermere, Ausgestellt sind jede Menge kleiner Dampfer, einst als Privatjachte auf den Seen in Betrieb.
Wir hatten einen recht netten Platz im Lake District: Limifit Park in Troutbeck (Straße A592 von Windermere zum Lake Ullswater): Schöner Platz, gute Wandermöglichkeiten direkt vom Platz, Abenteuerspielplatz und Pub auf dem Platz, aber Sanitäranlagen zwar gut aber vor allem zum Wochenende schmutzig, dann auch voll bis zum letzten Stellplatz, teuer, dennoch: **. Wer speziell zur Eisenbahn möchte findet sicher auch einen näher gelegenen Platz, z.B. direkt in Eskdale Mill. Wer, wie wir, von wo anders kommt sei vor der direkten Verbindungsstraße aus Richtung Ambleside über die Bergpässe nach Eskdale gewarnt: Landschaftlich sehr schön, aber schwirig zu fahren, dauert mit Sicherheit wesentlich länger als die Südumfahrung.
Reiseführer: Schwierig! Wir hatten zum einen den Reiseführer England aus dem Michael Müller Verlag, gewohnt gut: ***, nur ist das abgedeckte Gebiet natürlich sehr groß. Daher hatten wir uns bei Amazon noch den englischsparchigen The Lake District Pocket Guide von Berlitz besorgt. Brauchbar für nur Autofahrer, aber leider keinerlei vernünftige Wandervorschläge, dennoch das einzige was wir noch über den Lake District speziell gefunden haben, also nichts deutsches:*. Karten: Zur Anreise und groben Orientierung vor Ort: England Nord, Midlands, Blatt 502, von Michelin: ***, Genaueres in reicher Auswahl vor Ort.