La Palma

Teil 2


Wandern

La Palma ist eine grandiose und abwechslungsreiche Wanderinsel. Allgemein gibt es keine großartigen Tipps zu verteilen, festes Schuhwerk sollte auf den meisten Wegen selbstverständlich sein, Beschilderung ist an den touristisch wichtigsten Punkten gut, sonst eher mäßig bis völlig fehlend.

La Palmas jüngster Feuerberg, der Teneguia.

Beginnen wir im Süden. Ein Highlight sollte die Tour zu den Vulkanen San Antonio und Teneguia sein. Die sportlich interessanteste Variante ist es natürlich beide Berge in einer Tour zu erklimmen, dauert wenn man oben am San Antonio beginnt und zum Südkap der Insel absteigt schweißtreibende fünf Stunden. Hat aber einen großen Nachteil, der Rücktransport muss organisiert werden. Wir waren beide male mit recht kleinen Kindern unterwegs, so dass wir uns diese Plagerei verkniffen haben. Also sind drei Punkte zu besuchen. Zunächst solltet ihr zum San Antonio fahren, Vom Parkplatz aus ist es nur ein Spaziergang, den aber jeder machen sollte: Der San Antonio ist ein Super-Aussichtsberg. Zweiter Zielpunkt ist der Teneguia: Der Weg durch die junge karge Vulkanlandschaft ist nicht sehr weit, setzt aber auf jeden Fall ordentliches Schuhwerk voraus. Als Belohnung für diese Tour gibt es einen Hauch von Vulkanismus (warmer Schwefelqualm aus ein paar Löchern) und zum Schluss einen schönen Blick vom Gipfel. Mit ein bisschen Glück könnt ihr Teneriffa und Gomera sehen. Nach dieser Tour sollte es keiner versäumen ganz runter zum Kap zu fahren und am dortigen Kiosk Fisch zu essen, köstlich! Weiter nach Norden schließen sich die Cumbres an, ein Gebiet von erloschenen Vulkanen, zum Teil sehr hoch. Auch hier sollte unbedingt jeder Besucher mal gewesen sein, idealer Ausgangspunkt ist El Pilar.

Wandern wir weiter nach Norden. Denn dort warten weitere zwei große Sehenswürdigkeiten. Im äußersten Nordosten liegt das Biosphärenreservat von Los Tilos. In Worten ist dies einfach einer der letzten Lorbeerurwälder der Welt. Dies gibt das Erlebnis kaum wieder. So muss die Pflanzenwelt im Dschungel Südamerikas ausehen, das ist der Eindruck, den man bei der Wanderung durch das nicht enden wollende Grün hat. Empfohlen werden zwei kurze Wanderungen, wir haben beide gemacht: Die Tour durch das Tal Barranco del Agua gibt einen schönen Einblick in das Reservat selbst. Steigt man zum Aussichtspunkt Monte El Canal y Los Tilos hinauf kan man die Sache von oben betrachten, zwei großartige Wege.

Den größten Teil des Inselnordens nimmt der riesig Vulkankegel der Caldera de Taburiente ein. Ein Caldera (eigestürzte Magmakammer) ist sie zwar in Wahrheit nicht, sondern einfach nur ein riesiger Erosionskrater. Aber das dürfte den meisten Besuchern angesichts des gewaltigen Eindrucks beim Blick ins Inner egal sein. Zunächst sollte man (bei möglichst schönem Wetter) zur Cumbrecita fahren. Dort gibt es einen schönen Spaziergang zu zwei Aussichtspunkten mit tollem Blick in die Caldera. Will man in den Kessel hinein gibt es zwei Wege: Zum einen die oft empfohlene Route durch die Angustias-Schlucht (haben wir nicht gemacht, ist leider mit kleinen Kindern einfach zu weit). Die Zweite Variante ist es mit dem Auto bis Los Brecitos zu fahren. Lasst euch von der Schotterpiste nicht schocken, ich bin sie ohne Probleme mit unserem geliehenen Renault Kangoo rauf und auch wieder runter gefahren. Vom Parkplatz am Calderrand kann man dan hineinwandern in den riesigen Kessel, sollte jeder Inselbesucher gemacht haben. Die beiden Varianten lassen sich übrigens auch verbinden. Man kann das Auto dort stehen lassen, wo die Angustias-Schlucht endet und dann mit einer Art Jeep-Shuttle hinauf nach Los Brecitos fahren. Ist mit Sicherheit lohnend.

Der Große Kessel: Blick in die Caldera, die keine ist.

Reiseführer und Karten

La Palma, aus dem Michael Müller Verlag ist wahrscheinlich das beste, was es über die Insel zu lesen gibt: ***. Der Wanderführer La Palma, aus dem Bergverlag Rother ist nicht schlecht, aber nur für die Leute eine Empfehlung, die wirklich sehr viel wandern wollen: **.
Karten: Zwei Möglichkeiten:. Michelin Blatt 222: Islas Canaris mit den vier westlichen Inseln, 1:125 000 - reicht für die wichtigsten Autotouren, **. Besser: La Palma aus dem Verlag freytag & berndt, 1:50000. Keine richtige Wanderkarte, aber da wir zusätzlich mir Reise- und Wanderführern versorgt waren hat sie uns locker genügt: ***.


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