Lake District National Park



von uns besucht 2004

Die Engländer halten den Lake District für den Inbegriff landschaftlicher Vollkommenheit. Nun, die Insulaner sind zwar für ihre Höflichkeit bekannt, bescheiden sind sie aber eher nicht. Dennoch - ein schönes Fleckchen Erde haben sie da in Britanniens Mitte.



Grüne Wiesen
Sanfte Hügel


Englands Vorzeige-Nationalpark ist nur zum Teil von unverfälschter Natur. Im Großen und Ganzen muss man wohl eher von einer Kulturlandschaft sprechen. Der ursprüngliche Sinn des 1951 geschaffenen Parks bestand darin, die Landschaft zu schützen, ohne deren Zugänglichkeit einzuschränken. Ein Wiederspruch in sich, das erkennt man spätestens, wenn man zur Ferrienzeit hier weilt - allein sein wird man selten. Aber natürlich kommen die vielen Menschen nicht umsonst: Die Natur im Lake District ist wirklich unbeschreiblich schön. Die Briten haben eine etwas eigene Vorstellung von einem Nationalpark. Die landwirtschaftliche Nutzung scheint völlig selbsterständlich. Nun ist eine Wiese mit Schafen darauf eine nette Sache, aber natürlich futtern die Tiere jeden Grashalm weg. Bemerkenswert ist das Wirken des National Trust, mehrfach sahen wir Wiesen, die die Stiftung erwarb, keine Schafe mehr, wucherndes Grün.

Anreise

Zur Anreise nach Großbritannien selbst: siehe Hauptseite. Um zum Lake District zu kommen wird man normalerweise spätestens ab Manchester die M6 (eine der beiden Nord-Südachsen der Insel) wählen. Je nach Zielort dann von den Abfahrten 36 bis 39 die Autobahnverlassen.


Aktivitäten

In erster Linie lädt der Park zu ausgedehnten Wanderungen ein. Von der Bergtour, bis zum kurzen Spaziergang, es ist für jeden etwas dabei. Und man wird schnell mit Erstaunen feststellen: Auf einmal ist man doch allein. Denn der Park ist groß und von wenigen Hauptrouten abgesehen sind die Wege nicht überlaufen. Relativ kurze Zeit vor diesem Urlaub haben wir uns einen Faltkanadier gekauft, ein leicht transportables Boot, schnell zusammenzubauen, noch schneller ist es wieder im Packsack verschwunden. In den Seen des Lake District haben wir es mehrfach zu Wasser gelassen, das hat uns schöne Erlebnisse gebracht. Allerdings ist es oft sehr windig, man sollte also aufpassen, drei Paddelschläge auf der Hinfahrt können auf der Rückfahrt sehr leicht fünf sein...
Ein Muss (bei schlechtem Wetter) ist das Aquarium of the Lakes. Eine toll gemachte Anlage, welche dem Besuch die Natur des Lake District näher bringt. Man folgt dem Fluss des Wassers begonnen in den kleinen Bächen, die aus den Bergen hinab fließen, bis zur Irischen See. Durch den Nationalpark fahren zwei Dampfeisenbahnen. Die Lakeside and Haverthwaite Railway ist leicht zu finden, die Station befindet sich direkt am Aquarium. Der zweiten Bahn, der Ravenglass and Eskdake Railway habe ich auf meiner Eisenbahnseite eine eigene Unterseite gewidmet. Der Lake District ist touristisch gut erschlosse, und die Möglichkeiten sind entsprechen groß, vom Dampfschiffmuseum bis hin zu Wasserski ist alles Verfügbar.



Wandern im Lake Lake District

Grün, soweit das Auge reicht



Was es sonst noch gibt

Nahe sind zum einen mehrere der wirtschaftlichen Zentren Großbritannien. Die stehen zwar nicht unbedingt für architektonische Schönheit und saubere Luft, aber manch einer braucht wohl auch im Urlaub mal eine Nase Großstadtluft. Die einzige wirkliche Idee, die ich dazu hätte ist die Beatles-Tour in Liverpool, aber wohl auch mehr was für Fans. Bessere Idee: Nur ein paar Meilen nördlich des Lake Distict verläuft der Hadrians Wall, der legendäre Grenzwall, den einst die Römer zur Abwehr der Barbaren errichteten. Vielerorts noch einiges zu sehen.

Reiseplanung

Zu Karten erspare ich mir den Tipp, den das Angebot ist breit, spätestens vor Ort sollte jeder etwas passendes finden. Reiseführer: England von Ralf Nestmeyer, Michael Müller Verlag,***. Das Buch ist gut, aber natürlich für ganz England geschrieben. Daher empfehle ich zusätzlich: The Lake District von Lindsay Bennett, Berlitz Verlag, kleines Büchlein in englisch, aber das meiste ist auch mit dem üblichen Halbwissen in der Sprache + einem Wörterbuch verständlich. Ich mache hier keine Werbung, aber man kann es im English Book Shop eines bekannten Online-Buchhändlers kaufen, ** gibt viele Tipps zu Orten und Sehenswürdigkeiten, allerdings kaum Wanderempfehlungen. Daher für die wahren Wanderer: Aus der Reihe Richtig wandern: Nord-England von Manfred Allié, Verlag DuMont, enthälte 33 Wanderforschläge, davon 4 direkt im Lake District,*** Ich konnte es für 50 Cent kaufen, unsere örtliche Bibliothek hat es ausgemustert :-) .

Unterkunft

Augenscheinlich schöner Platz in Windermere, aber nur für Caravans. Macht aber nichts, denn wir haben auch was nettes entdeckt: Limefitt Park, von Windermere aus auf der A592 etwas Nordwärts. Sehr schöner Platz, in einem Tal gelegen, mit Spielplatz (aber unsere Kinder haben lieber in dem Bächlein gespielt), Badestelle im Bach, eigenem Pub und mehreren direkt am Platz beginnenden Wanderwege. Eigentlich die einzige Einschränkung: der Campingplatz ist praktisch jedes Wochenende krachend voll: Mit Manchester, Liverpool und Leeds sind die industriellen Zentren des Landes nah, die Erholung Suchenden, sind oft nur Weekendcamper, sie wollen grillen und ein paar Biere trinken, sind aber ab Sonntag Mittags alle wieder weg.**

Links

Seitenname

Inhalt

Lake District

Offizielle Seite des Lake District Nationalparks (englisch).

Lake District.com

Die komerzielle Alternative (englisch)

Cumbria - Lake District

Tourismusseite, diesmal auch deutsch

Aquarium of the Lakes

Die Seite des Aquariums (englisch)

Lakeside and Haverthwaite Railway

Website der Touristeneisenbahn (englisch)



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